Durch die württembergischen Weinbaugebiete

1. Etappe 21.-22.04.2018 Obertürkheim – Endersbach – Schweikheim
2. Etappe 29.-30.09.2018 Marbach-Bissingen
3. Etappe 27.-28.04.2019 Michaelsberg bei Heilbronn
4. Etappe 28.-29.09.2019 wird noch geplant
 
Weinwanderung 1. Etappe
Obertürkheim – Rotenberg – Stetten – Weinstadt-Endersbach –
Kleinheppach – Korb – Schwaikheim

Morgens um 8.20 Uhr stiegen alle mehr oder weniger munter ins Zügle nach Plochingen ein, dort Umstieg in die S1 mit Ziel Obertürkheim. Gleich ging es durch den Ort den Rotenberg hinauf in die Weinberge, wo wir bei schon ganz ordentlichen Temperaturen zu schnaufen hatten, bis wir fast oben an der Grabkapelle angekommen waren. Vor 1907 hieß der Berg „Württemberg“ und wird oft im Volksmund noch so genannt. Einige nutzten die Möglichkeit, die Grabkapelle zu besichtigen. Über dem Haupteingang des Mausoleums prangt das Liebesbekenntnis des 2. württembergischen Königs Wilhelm I. für seine zweite Ehefrau Katharina, einer geborenen Zarentochter aus Russland: „Die Liebe höret nimmer auf“. Hier fand die Königin nach nur drei Jahren Ehe ihre letzte Ruhe, ebenso Wilhelm I. und ihre gemeinsame Tochter Marie Friederike Charlotte von Württemberg. Iska und Bärbel erzählten Geschichtliches und Anekdoten zu diesem besonderen Ort und den beiden ersten württembergischen Königen. Nebenher wurde auf den schönen Bänken sitzend gemütlich gevespert und ausgeruht. Durch den Ort Rotenberg auf der Höhe mit Blick die weitläufigen Weinberge hinab wanderte die Gruppe in Richtung Stetten durch frühlingshafte Wiesen mit großartiger Baumblüte.

Oberhalb von Stetten gab es zur späten Mittagszeit Rast neben dem 513 m hohen, vom Albverein erbauten Kernenturm am gut sortierten Kiosk unter Bäumen. Hier ließ es sich aushalten, doch irgendwann musste es weitergehen auf schönen Wegen im Sonnenschein. Immer wieder am Wegesrand sah man Skulpturen des Bildhauers Nuss, der sein Atelier in der Nähe, in Strümpfelbach, hat. Gegen 16.00 Uhr war Ankunft in Endersbach, wo die einen gleich ihre Zimmer in den Gästehäusern „Rössle“ oder „König“ aufsuchten, und andere noch einen Einkehrschwung im Freiluft-Café machten und Eisbecher oder Kaffee-Kuchen genossen. Im „Rössle“ gab es nach erstem Umtrunk auf der Terrasse ein gediegenes Abendessen in stilvollem Ambiente und nach einer meist ruhigen Nacht ein gutes Frühstück. Die Gruppe verdankte es Manfred Wolfer und seinem großen Auto, dass sie nur ihr Tagesgepäck zu tragen hatte.
 
Obertürkheim – Rotenberg – Stetten – Weinstadt-Endersbach – Kleinheppach – Korb – Schwaikheim

Am zweiten Wandertag war ebenso bezauberndes Frühlings-Blüten-Glanzwetter, und gleich wieder ein Aufstieg in die Weinberge über den Wolfshof nach Kleinheppach.

Die schöne Aussicht auf den Höhenplateaus des Kleinheppacher Kopfs, des Hörnleskopfs und des Korber Kopfs lässt sich kaum beschreiben – wie im Bilderbuch. Auf dem Weg nach unten Richtung Schwaikheim war noch eine gemütliche Einkehr im großen CBC-Biergarten des Korber Schützenhauses vorgesehen, wo es tolle Sitzmöglichkeiten im Freien, gutes Essen und Trinken gab. Ein Geheimtipp für Familien, leider recht weit weg von uns. Noch eine starke Stunde auf wiederum schönen Wegen war zu wandern mit schönen Blicken ins Tal, dann hinein nach Schwaikheim und schon waren wir am S-Bahnhof. Das Bahnfahren war nach einem sehr warmen Tag recht ermüdend, doch der Aufenthalt in Stuttgart-Hbf ging in Gesellschaft schnell vorbei, und schon um 18.00 Uhr war die Gruppe glücklich und mit schönen Erinnerungen wieder zu Hause am Wannweiler Bahnhof, nahm dankbar die Gepäckstücke und sogar vergessene Handy-Ladekabel aus den Hotels in Empfang. Jeder kam auf seine Weise nach Hause mit dem schönen Gefühl, ein gemeinschaftsstiftendes und wirklich erlebenswertes Wochenende gehabt zu haben.

Danke an die Wanderführer Gerhard Fundinger und Heinz Merz, die ganz unauffällig, aber aufmerksam ihre Gruppe zu den gewünschten Zielen dirigierten; Dieter Schmidt, der das Gesamtprojekt in Händen hält, und allen, die auf die eine oder andere Art hilfreich waren. Schon jetzt freuen sich die Organisatoren und Mitwanderer auf die zweite Etappe im Herbst.
B. Kasper

Weinwanderung 2.Etappe Marbach -Bissingen und durch die Felsengärten

Bei herrlichem, herbstlichem Wanderwetter erlebten 32 Wanderer wieder ein schönes und erlebnisreiches Wein-Wanderwochenende. Der Weg führte diesmal in eine beeindruckende Weinberglandschaft um Marbach, Bietigheim und Besigheim, auf deren sandigen Muschelkalkböden Trollinger- und Sylvanertrauben wachsen, die zu Spitzenweinen ausgebaut werden.

Die Bahn brachte uns nach Marbach. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt machten wir einen Besuch in Schillers Geburtshaus. Anschließend ging´s steil den Mühlweg hinunter zum Neckar und weiter nach Pleidelsheim. Im Partygarten einer Metzgerei machten wir unsere Mittagspause mit leckeren Schnitzel- und Leberkäswecken und Getränken. Gestärkt ging’s weiter nach Ingersheim, wo uns am Ortsrand ein Winzer, dem wir bei der Maischezubereitung zusahen, spontan zu einer Trinkprobe seines halbvergorenen Weines dem „Suser“ einlud. Nach dieser ungeplanten Überraschung wanderten wir hinunter nach Bietigheim-Bissingen, wo wir nach einer kleinen Stadtrunde dann das Übernachtungshotel Rose erreichten. Bis zum Gepäckempfang und der Zimmerverteilung genossen wir noch einen ersten Umtrunk auf der Terrasse und dann marschierten wir zur Abendeinkehr in die urige Gaststätte Rossknecht. Anschließend erlebten wir eine nächtliche Stadtführung, eine Gruppe mit dem Nachtwächter, die andere Gruppe mit der Küchenmagd. Beide konnten viel über die Geschichte der Stadt Bietigheim erzählen, gewürzt mit flotten Sprüchen über vergangene Zeiten und Gebräuche. Danach genehmigten sich noch einige einen Absacker in einer Besenwirtschaft bis alle zur verdienten Nachtruhe im Hotel waren.

Am nächsten Morgen wurde vor dem Frühstück das Gepäck verladen und dann wanderte die Gruppe an der Enz entlang nach Besigheim. Links des Weges plätscherte die Enz, rechts konnte man die Steillage der Weinberge bewundern. Das war eine wunderschöne Wanderstrecke bis Besigheim. Dort angekommen hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Wir schlenderten gemütlich zur Burg und ins Städtchen und genossen Kaffee oder Eisbecher. Dann ging´s bergauf bis zu den bekannten Felsengärten, die wir teils auf dem oberen und teils auf dem bequemeren mittleren Weg durchwanderten. Von beiden hatten wir eine einmalige Aussicht auf die steilen Weinterrassen und den Neckar. Am Ende des Weges lag die Felsengartenkellerei in der wir eine Keller- und Weinbergführung erhielten und zum Abschluss eine Weinprobe mit Vesperteller genossen.

Danach ging´s flotten Schrittes über den Neckar auf den Bahnhof Besigheim zur Heimfahrt.

Ganz herzlichen Dank an die Wanderführer Gerhard und Heinz und den Gepäcktransport von Manfred. Wir sind gespannt auf die nächste Weinwanderung am 27. und 28. April 2019.

                                                                                                                             DS